Urlaub in Norwegen, Schweden oder Finnland? Besuch' die Elchkuh, das Symbol für Weihnachten!
Elchkuh
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Die Elchkuh


































Interpretation eines Elches als Comicfigur:
Comic Zeichnung Elchkuh
Künstler: Jürgen Frey

Röhrender Kult

In den Legenden und Geschichten ist der Hirsch der König des Waldes, also der geweihtragende Teil des hier ansässigen Rotwildes.

Aber an Popularität hat Rot- und Damwild eingebüßt - verdrängt vom Elch.

Ob er nun als Maskottchen eines bekannten deutschen Radiosenders herhält, als Namensgeber des in den letzten Jahren in den Medien kurios bekanntgewordenen Elchtests der Automobilindustrie, als Hauptfigur vieler Bücher und Kindergeschichten, und und...

Tradition trifft Moderne

Aber nicht erst in der modernen Mediengesellschaft ist der Elch populär. Eine der bedeutendsten Reitpferderassen, die aus Ostpreußen stammenden Trakehner, gehen aus einem Gestüt hervor, das nicht etwa ein Pferd als Logo hatte, sondern - Elchschaufeln.

Der Elch war früher genauso gewöhnlicher Bewohner des heutigen deutschsprachigen Raumes wie der Hirsch. Schon Julius Caesar schrieb in seinem Klassiker über den Gallischen Krieg von Elchen. Im Mittelalter dann sorgte aber die Elchjagd zur Verdrängung der Tiere.

Hirsch des Nordens?

Genaugenommen ist der Elch ein Hirsch und auch nicht unbedingt nur dort ansässig. Hin und wieder verirren sich Elche aus Polen (das nun auch nicht unbedingt zu Skandinavien gehört) nach Ostdeutschland - vor allem in der Oberlausitzer Heide schätzt man die Heimkehrer wegen ihrer Pflege der Flora (sie hindern die Heide am Zuwachsen).

Und wissenschaftlich gesehen ist der Elch sogar ein Hirsch. Rothirsch, Reh, Ren und Elch sind biologisch "Geschwister".

Die Elchkuh

Man denkt bei dem Wort "Elch" zunächst an geweihtragende Tiere. Die Elchkuh, das weibliche Exemplar, trägt das nicht - braucht sie auch nicht. Während die Männer sich mit Raufen beschäftigen, hat diese Königin des Waldes andere Dinge zu tun.

Elche haben ein rotbraunes bis schwarzbraunes Fell, welches im Winter mitunter eine gräuliche Tönung annimmt. Sie werden bis zu 2,30m groß, 3m lang und 0,8t schwer. Das Geweih, das die Elchkuh leider (oder angesichts der Ausmaße vielleicht sogar zum Glück?) nicht besitzt, macht noch einmal eine Spannweite von bis zu 2m aus. Auffällig sind die überdurchschnittlich langen Beine, der vergleichsweise bucklige Rücken und die breite Oberlippe. Eine Elchkuh kann man neben dem Fehlen des Geweihs an einem hellen Streifen im Innenbereich der Hinterläufe und an ihren vier Zitzen erkennen.

Die Elche sind richtig Überlebenskünstler, weswegen sie auch in nördlichen Landstrichen wie Lappland beheimatet ist. Was ist das Geheimnis? Wie beim Menschen auch: vielseitige Ernährung. Haben Elche die Wahl, futtern sie delikat - Wasserpflanzen wie Seerosen, Gräser und Ähnliches. Bricht dann aber der hartnäckige Winter ein, tun es auch Nadelpflanzen wie die Kiefer, oder Reisig und Besenheide.

Somit hat Mama Elchkuh vielleicht eine leidliche Aufgabe vor sich, denn wenn sie des Winters zu Tisch bittet, müssen sich die Kinder auf eine plötzlich weniger leckere Ernährung einstellen. Ist das aber getan, wachsen weitere genügsame Königinnen und Könige des Waldes heran.

Muh?

Schon der Begriff "Elchkuh" hat Kultcharakter. Auch wenn das mit dem Rindviech nichts zu tun hat, eine gewisse Unterbewußte Assoziation findet doch statt, zumal die Kuh und der Elch gleich zwei drollige Viecher kombiniert.

Røhr!

Aber neben dem kuriosen Aussehen der Tiere umranken (abgesehen von der Tradition natürlich) auch allerlei lustige Geschichten den Elch. Ob bei einschlägigen Suchmaschinen ganz oben erscheinende Bilder von Elchen, die sogar Autos rammen, den weniger schadenfreudigen Elchtesten der Automobilindustrie, betrunkene Elche, die die gesamte schwedische und sogar internationale Presse auf Trab halten, bierselige Schweden auf Elchjagd, renommierte Blogseiten im Namen des Elches, Comicfiguren, Verkehrsschildern die schon Kultstatus genießen, der Elch als Maskottchen des meistgehörten deutschen Radiosenders...


Der Elch ist in den Medien präsent und beliebt. So kommt es nicht von ungefähr, daß er gerade erst zum Wildtier des Jahres 2007 gewählt wurde. Majestätisch, Überlebenskünstler, Kult und drolliges Tier in einem - die Kinder der Elchkuh sind Stars.


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